Nachschau - Veranstaltung vom 08. - 10.02.2013

 

 

 

 

 

Sechs-Länder-Seminar
zum Thema
Migration als Faktor in der Sicherheitspolitik
 vom 08. - 10. Februar 2013 

im "Mercure" - Hotel

Halle / Peissen 
*****
Eigenbericht zur Veranstaltung

Migration als Faktor in der Sicherheitspolitik

 

Angeregte Debatten: Mit zahlreichen Wortmeldungen beteiligten sich die Semiarteilnehmer an der Aufarbeitung der verschiedenen Themenkreise.

Flucht, Vertreibung, Verfolgung aber auch wirtschaftliche Not oder die Suche nach besseren Arbeitsbedingungen: Die Ursachen für Migration sind vielfältig. Die Folgen gewinnen häufig sicherheitspolitisch Relevanz.

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V., Landesgruppe Sachsen, die GfW Sektion Dresden und die Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen veranstalteten in enger Kooperation die dreitägige Veranstaltung in Halle/Peissen.

Der Reservistenverband hat für dieses wichtige Thema das Handbuch „Globale Migration“ herausgegeben. Es ist Informationsquelle wie auch Handreichung für eigene Veranstaltungen. In Peissen bei Halle (Sachsen-Anhalt) trafen sich jetzt die Beauftragten für Sicherheitspolitik der sechs ostdeutschen Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, einige Kameraden aus Schleswig-Holstein sowie an Sicherheitspolitik interessierte Bürger aus Dresden und Leipzig, um sich mit der Thematik vertraut zu machen.

Weltweit drei Prozent der Bevölkerung verlässt aus unterschiedlichen Motiven das Herkunftsland. Hinzu kommen noch dreimal so viele Binnenmigranten, also Menschen, die zwar ihre Region verlassen, aber innerhalb der Landesgrenzen bleiben. Wichtigster Migrationsfaktor sei der Familiennachzug vor der Arbeitsmigration, sagte Marian Benbow-Pfisterer, Vertreterin der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Erst mit weitem Abstand folgten Flucht und Vertreibung als Ursachen für Wanderungsbewegungen. Irreguläre Aufenthalte im Ausland, also ohne Aufenthalts- oder Arbeitsgenehmigung, seien häufig Nährboden für Ausbeutung und Menschenhandel.

Sächsische Erfindungen: Ober Kaffeefilter oder Computer – Sachsen hat die Welt mit zahlreichen Erfindungen bereichert. Aus der Hand von Lutz Kleintges (r.) erhielten alle Referenten das entsprechende Nachschlagewerk.

Dr. Benjamin Schraven vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik betrachtete die Migration im Kontext globaler Umweltveränderungen, insbesondere aufgrund des Klimawandels. Betroffen seien besonders Südasien, China und Afrika südlich der Sahara. Wanderungsbewegungen, so seine Prognose, würden sich vorzugsweise innerhalb der eigenen Kulturkreise abspielen. „Der viel beschworene Ansturm auf die Festung Europa ist nicht zu erwarten.“

Der Publizist Oberst a.D. Friedrich K. Jeschonnek beleuchtete das Thema in historischen Zusammenhängen. Migration sei keineswegs ein Phänomen der jüngeren Zeit, entwickle sich aufgrund der besseren Mobilität aber rascher und mit anderen Auswirkungen als früher.

Christian Faul, Vizepräsident des Reservistenverbandes für Sicherheitspolitik, gab eine Einführung in das Handbuch und erläuterte Chancen und Herausforderungen für die Arbeit im Verband. In Arbeitsgruppen wurde das Thema vertieft. Das Handbuch wird in Kürze u.a. im Internet abrufbar sein.

Weitere Referenten befassten sich mit anderen sicherheitspolitischen Bereichen. Brigadegeneral Reinhard Golks von der Streitkräftebasis erläuterte Aufgaben und Fähigkeiten der Bundeswehr nach der Strukturreform. In der Debatte kam scharfe Kritik an der nicht durchdachten Aussetzung der Wehrpflicht auf.

Personalgewinnung und Verankerung in der Gesellschaft: Zwei Aufgaben für die Bundeswehr, erläutert von Brigadegeneral Reinhard Golks.

Dr. Anja Seiffert vom Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr stellte eine Studie über die Auswirkungen des Afghanistan-Einsatzes auf Soldaten vor. Wenig überraschend: Die Einsatzwirklichkeit mit der Notwendigkeit schneller Entscheidungen und der Erfahrung von Todesgefahr finde im „Kontroll- und Sanktionsmanagement“ einer bürokratisierten Armeestruktur in der Heimat keinerlei Anerkennung.

„Bundeswehr und Wirtschaft“ war das Thema von Thomas Alexander Meuter, Pressesprecher von Dynamit Nobel Defence. Er wies unter anderem auf die sich verschärfenden Konkurrenz um die besten Köpfe hin.

Text:   Christoph Lötsch

Fotos: Henry Hauptvogel

 

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