Nachschau - Veranstaltung am 30.01.2013

 

 

Sicherheitspolitischer Vortrag

zum Thema

Schmuddelkind der Historikerzunft:

Militärgeschichte in Deutschland am Beispiel des

Militärgeschichtlichen Forschungsamtes der Bundeswehr

Referent:

Foto: MGFA

Staatswissenschaftler

Oberstleutnant Dr. Helmut Hammerich

Militärgeschichtliches Forschungsamt Potsdam

 am Mittwoch, 30. Januar 2013, 19.30 Uhr

im Regierungsviertel „Am Alten Steiger“

im Behördenzentrum Werner-Seelenbinder-Straße 6,

99096 Erfurt

*****

Sektionseigener Bericht 

 Militärgeschichte in Deutschland

Militärhistoriker beklagt Desinteresse der deutschen Wissenschaft.

Zuvor Verabschiedung von MinDir a.D. Jürgen Senff

Bevor Oberstleutnant Dr. Hammerich seinen Vortrag begann, verabschiedete der neue Sektionsleiter, Michael K. Bahr seinen Vorgänger, Ministerialdirigent a.D. Jürgen Senff und überreichte als kleines Dankeschön das Wappen des Landeskommandos Thüringen.

Herr Senff hatte die Sektion in Erfurt im Jahr 2008 aufgebaut und bis zum November 2012 geleitet. Unter seiner Ägide gelang es bei zahlreichen Vortragsveranstaltungen unter anderem auch den damaligen Präsidenten des Bundesverfassungsschutzes, Heinz Fromm, den ehemaligen Verteidigungsminister, Dr. Franz-Josef Jung oder den stellv. Botschafter Israels, Ilan Mor zu Vorträgen nach Erfurt zu locken, um nur einige wenige Gäste der Sektion Erfurt namentlich zu nennen.

Ein herzliches Dankeschön von Sektionsleiter Bahr an seinen Vorgänger Senff (re.)

Foto:  Constantin Graf von Faber-Castell

Dass die Zusammenarbeit mit dem Landeskommando Thüringen heute selbstverständlich ist, auch dafür galt es Herrn Senff herzlich Dank zu sagen

Dem Ruf der Sektion sind, neben vielen Mitgliedern, auch wieder zahlreich Gäste gefolgt und Oberstleutnant Dr. Hammerich konnte in einem sehr interessanten und zuweilen anekdotisch anmutenden Vortrag 60 Jahre Militärgeschichte in der Bundesrepublik Deutschland, und insbesondere in der Bundeswehr, an seiner Zuhörerschaft vorbeiziehen lassen. Er sparte dabei nicht mit Kritik. Zum einem am eigenen Haus, dem Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr, aber zum anderen auch an dem Desinteresse der deutschen Wissenschaft und Öffentlichkeit der 1960iger und 1970iger Jahren. Er verdeutlichte, mit welchen Schwierigkeiten die Militärhistoriker, damals wie heute zu kämpfen haben, wenn sie zur Aktenrecherche nach Freiburg im Breisgau, dem vormaligen Standort des Hauses bis 1994, fahren. Über die bürokratische Handhabung des Aktenmaterials „schweigen wir lieber“!

Auch wenn sich die Wogen um die Aufarbeitung der Militärgeschichte seit den 1980iger Jahren geglättet haben, so sind die „Stürme im Wasserglas“ nie vorüber. Insbesondere, und damit ganz aktuell, die Diskussion um die Neubesetzung des einzigen Lehrstuhls für Militärgeschichte in Deutschland an der Universität Potsdam, den zur Zeit Professor Dr. Kroener inne hat, der aber unmittelbar vor seiner Emeritierung steht.

Dr. Hammerich schloss seinen Vortrag mit einem Ausblick auf die umwälzenden Veränderungen innerhalb der Bundeswehr, die auch das Militärgeschichtlichen Forschungsamt trafen und berichtete kurz über die Neuausrichtung des Hauses, das seit Januar 2013 als Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) firmiert.

Der Abend endete mit einem Abschiedsempfang der Sektion für Ministerialdirigent a.D. Jürgen Senff.

Michael K. Bahr

Sektionsleiter

 

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