Nachschau - Veranstaltung am 13.10.2012

 

 

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Eigenbericht

 Informationsreise zum Militärhistorischen Museum Dresden

Militärhistorischen Museum Dresden mit dem markanten Libeskind-Keil

Das Militärhistorischen Museum Dresden (MHM) war am 14.10.2011 wiedereröffnet worden. Das führte in der diesjährigen Mitgliederversammlung der Sektion Halle (Saale) zur konkreten Absicht einer Informationsreise zu diesem Ziel für den 13.10.2012.

Nach entsprechenden Vorbereitungen reisten Sektionsmitglieder dann ab Leipzig und Halle am Morgen des 13.10. mit einem angemieteten Kleinbus nach Dresden.

In Dresden war für diesen Tag auch zum „Tag der offenen Albertstadt“ eingeladen, was dazu führte, dass neben dem Museum auch die Albertstadtkaserne, der MDR und eine Reihe weiterer Behörden und Einrichtungen in diesem Stadtteil für interessierte Besucher geöffnet waren. So war auch die Hallenser Gruppe im MHM sehr herzlich willkommen. Für andere Ziele blieb dabei fast keine Zeit; lediglich in den wenigen Minuten vor Museumsöffnung um 10 Uhr ergab sich eine kurze Gelegenheit, die Albertstadtkaserne mit den Gebäuden der Heeresoffizierschule kurz aus dem Bus anzusehen sowie von der Höhe am Brauhaus einen Blick auf die noch im Bau befindliche „Waldschlösschenbrücke“ in Dresden zu werfen.

Der Besuch im MHM begann am „Tag der offenen Albertstadt“ mit freiem Eintritt und dann einer Überblicksführung durch die Dauerausstellung. Das Museum bietet im Hauptgebäude neben den chronologischen Abschnitten „1300 - 1914“, „1914 – 1945“ und „1945 bis heute“ eine Reihe von Parcours zu den Themen „Militär und Technologie“, „Schutz und Zerstörung“, „Tiere beim Militär“, „Leiden am Krieg“, „Formation der Körper“, „Politik und Gewalt“, Militär und Musik“, „Militär und Mode“, Militär und Sprache“, „Krieg und Spiel“ und „Krieg und Gedächtnis“; im Außengelände wurden zusätzlich Fahrzeuge unter dem Themen „Bundeswehr und NVA 1955 -1990“ und „Bundeswehr ab 1990“ sowie das Depot geöffnet und weitere, auch ältere sowjetische Technik präsentiert.

Unter sachkundiger Führung bewegte sich die Besuchergruppe durch ausgewählte Themenbereiche vom Erdgeschoss aufwärts vorbei an militärischer Technik, gepanzerten Schutz- und Bunkerentwicklungen und an militärisch genutzten Tieren und bekam nicht nur militärische Mode und Musikinstrumente, sondern auch militärisch geprägtes Spielzeug zu sehen, bevor sie im 3. Obergeschoss am „Gedächtnis“ vorbeikam, einer Sammlung mit einer Vielzahl von Bild- und Tondokumenten zu vielen geschichtlichen Ereignissen und Aspekten.

Höhepunkt war dann im 4. Obergeschoss der „Dresden Blick“, die Stelle, wo alle die Einzigartigkeit des Libeskind-Keils und einen weitreihenden Blick auf das Zentrum und die Altstadt Dresdens erleben konnten, wo aber auch an die Bombardierungen Dresdens, Rotterdams sowie Wielun in Polen erinnert wurde. Spätestens hier wurde die besondere Architektur dieses Museums fühlbar und sichtbar; vorher waren schon die teilweise schrägen Betonwände und damit im wahrsten Sinne des Wortes zusammenhängende vertikale Ausstellungsflächen und hohe Ausstellungsschächte aufgefallen, über die zum Teil Brücken in höheren Etagen führen und dadurch ganz ungewohnte Blickwinkel ermöglichen. Dieses Museum verherrlicht weder das Militär noch Krieg oder Kriegshandlungen, sondern möchte Denkanstöße geben und zur Auseinandersetzung mit Militärgeschichte und der Rolle von Militär und Krieg in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft anregen.

Das Restaurant und Café im Erdgeschoss des Hauptgebäudes bot anschließend eine gute Gelegenheit zur Stärkung und Erholung bei gutem Essen und Getränken. Am Nachmittag konnte dann jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer der Hallenser Gruppe persönliche Schwerpunkte setzen und sich all die Dinge ansehen, die im Zentrum des persönlichen Interesses standen. Spätestens mitten am Nachmittag wurde dabei aber auch deutlich, dass der menschlichen Aufnahmefähigkeit biologische Grenzen gesetzt sind und dass man mit dieser Ausstellung an diesem Tag nicht „fertig“ werden konnte.

Mit der Rückreise nach Leipzig und Halle schlossen alle Besucher der Gruppe die Veran-staltung mit äußerst positivem Fazit ab: „Dieser Besuch war etwas ganz Besonderes! Das Museum ist etwas ganz Besonderes und unterscheidet sich von allem, was man bisher gesehen hatte oder was man in einem Museum erwartet. Und dazu kommt der gesamte große Umfang, der weder frühere NVA-Angehörige noch Bw-Angehörige benachteiligt, sondern für alle Besucher und für alle Aspekte mehr bietet als man an einem Tag aufnehmen kann.“

Deshalb erklärten alle aus der Gruppe, dass dieser Besuch nur ein Anfang gewesen sein könne und dass es in diesem Museum noch viel mehr zu sehen und zu erleben gäbe.

Zum 1. Jahrestag der Wiedereröffnung wird berichtet, dass demnächst der 500 000. Besucher des Militärhistorischen Museums Dresden nach Wiedereröffnung erwartet wird; das erscheint eine stolze Zahl; das Museum mit mehr als 10.000 Exponaten deutscher Militärhistorie zeigt interessante Perspektiven von Kulturgeschichte zu Krieg und Gewalt und sieht sich als ein klassisches Wiederkomm-Museum, das Besucher immer wieder mehrfach anzieht.

Ernst Speidel

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