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3. Vortragsveranstaltung

im Rahmen der

Wintervortragsreihe 2011/2012

mit dem Leitthema

„Migration – Gefahr oder Chance für die Sicherheit der Gesellschaft“

 

Thema des Abends:

„Migration am Ende des Zweiten Weltkriegs – Psychosoziale Langzeitfolgen für die

heutige ältere Generation“

Referentin:

Dr. Heide Glaesmer

Universität Leipzig

am Donnerstag, 23. Februar 2012, 19:00 Uhr

Großer Festsaal im Stadthaus

Marktplatz 2, 06108 Halle

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Sektionseigener Veranstaltungsbericht

Trauma-Therapie: Hilfe (nicht nur) aus dem Internet

GfW-Vortrag informiert über psychosoziale Kriegs- und Vertreibungsfolgen

Dr. P. H. Heide Glaesmer: Medizinisch-psychologische Vertreibungsfolgen sind auch gesundheitsökonomisch bedeutsam.

Posttraumatische Belastungsstörungen nach Auslandseinsätzen sind heute bei Sol­daten und Soldatinnen ein bekanntes Problem. Aber nicht nur sie sind davon be­troffen: Ganze Bevölkerungsteile, die durch Kriegshandlungen zu Opfern wurden, sind von Spätfolgen bedroht, selbst 60 Jahre nach den traumatisierenden Ereignis­sen. Um solche Langzeitfolgen ging es in einem Vortrag der Gesellschaft für Wehr -und Sicherheitspolitik e.V., Sektion Halle/Saale (GfW) im Rahmen ihrer Winter­vortragsreihe am gestrigen Donnerstag, 23. Februar. Dr. P. H. Heide Glaesmer stellte dabei als Gastreferentin eine Studie der Universität Leipzig vor.

Neben sechs Millionen ermordeten jüdischen Menschen und 50 Millionen getöteten Militär- und Zivilpersonen gab es im Zweiten Weltkrieg unter anderem 14 Millionen Personen, die als Deutsche aus ihren angestammten Wohngebieten flohen oder ver­trieben wurden. Zwei Millionen überlebten diese Zwangsmigration nicht, zwölf Mil­lionen wurden, häufig nach traumatisierenden Begleiterlebnissen, über die besetz­ten Zonen Deutschlands verteilt, die ihnen bis dahin zumeist völlig unbekannt gewe­sen waren. Bei der Gruppe dieser „Vertriebenen“ treten außer posttraumatischen Belastungsstörungen nach Aussage der Wissenschaftlerin auch Depressionen und körperliche Krankheiten öfter auf als bei gleichaltrigen „Nichtvertriebenen“. Das sei nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt problematisch, da es sich gesundheitsökonomisch auswirke: Häufigere Besuche ärztlicher und psychotherapeutischer Praxen, längere und häufigere Aufenthalte in Krankenhäusern würden zum Beispiel berichtet.

Als Maßnahme zum Umgang mit belastenden Erinnerungen empfahl die Referentin unter anderem eine internetgestützte Schreibtherapie www.lebenstagebuch.de. Aber auch „Zuhören und zum Reden ermutigen“ könne helfen, bestätigte sie die da­rauf gerichtete Frage eines Zuhörers.

        

 

Impressionen von der Veranstaltung: hier klicken!

 

Die Veranstaltung ist Teil der Wintervortragsreihe 2011/2012 mit dem Leitthema
„Migration – Gefahr oder Chance für die Sicherheit der Gesellschaft“. Sie ist als Lehrerfortbildungsveranstaltung anerkannt unter Reg.-Nr. WT 2011-300-43 LISA.

 

Ansprechpartner für Rückfragen:

Ernst W. Speidel,

Nonnenstraße 21/103

04229 Leipzig

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