Nachschau - Veranstaltung am 24.11.2011

 

 

2. Vortragsveranstaltung

im Rahmen der

Wintervortragsreihe 2011/2012

mit dem Leitthema

„Migration – Gefahr oder Chance für die Sicherheit der Gesellschaft“

 

Thema des Abends:

Innerdeutsche Migration vor und nach der Wende

 – Gründe, Erwartungen und Auswirkungen

Referent:

Oberstleutnant a.D. Ernst W. Speidel

Sektionsleiter Halle

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Sektionseigener Bericht

Willkommenskultur gegen Flucht,

Vertreibung und Desinteresse

GfW-Vortrag über deutsch-deutsche Migration im 20. Und 21. Jahrhundert

Eigentlich hätte es ein Doppelvortrag werden sollen, aber die Gastreferentin musste wegen eines Unfalles kurzfristig absagen. So fand am Donnerstag, 24. November 2011 im Stadthaus von Halle der Vortragsabend zu innerdeutscher Migration ohne die Leipziger Wissenschaftlerin Dr. P. H. Heide Glaesmer statt. Die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V., Sektion Halle/Saale (GfW) und der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. – Landesgruppe Sachsen-Anhalt hatten die Psychologin dafür gewonnen, im Rahmen der Wintervortragsreihe „Migration – Gefahr oder Chance für die Sicherheit der Gesellschaft“ eine aktuelle Studie vorzu­stellen, die Glaesmer gemeinsam mit Prof. Elmar Brähler geleitet hatte.

Referent und GfW-Sektionsleiter Ernst W. Speidel

Stattdessen weitete der Sektionsleiter der GfW-Sektion Halle, Ernst W. Speidel, sei­ne geplante Einführung aus und sprach über die innerdeutsche Migration im 20./ 21. Jahrhundert. Beginnend bei Vertreibung und Flucht aus den ehemals deutschen Ost­­gebieten schilderte er die Phasen deutsch-deutscher Migration ab 1949 aus Bon­ner und Ost-Berliner Sicht, stellte den „Übersiedlern“ aus Bonner Sicht die „Bundes­flüchtlinge“ aus dem Ost-Berliner Sprachschatz gegenüber. Er erwähnte, dass von „Umsiedlern“ oder „Neubürgern“ (aus den deutschen Ostgebieten Vertriebenen und Geflohenen), zu denen zeitweise jeder vierte Mensch in der DDR gehörte, etwa 30 Prozent ein zweites Mal flüchteten, nämlich in die Westzonen Deutschlands oder später in die von Bonn aus regierte Bundesrepublik.

Aber die vor allem binnendeutsche Wanderung habe nach der Wende nicht aufgehört. Das zeigte Speidel am Beispiel Sachsen-Anhalts: Obwohl 2009 und 2010 sich der Abstand zwischen den Zahlen der Abwandernden und den Zuwan­dernden verringert habe, überwiege nach wie vor die Abwanderung. Weil es gleich­zeitig mehr Todesfälle als Geburten gebe, entstehe ein Überhang an Älteren in einer schrumpfenden Bevölkerung, mit allen sich daraus ergebenden Problemen für die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungen, mit sinkenden Einkommenssteuerein­nahmen und fehlenden Fachkräften. Erforderlich sei daher neben einer wünschenswerten höheren Geburtenrate vor allem eine Willkommenskultur für neu Zuziehende und Rückkehrwillige aus dem In- und Ausland, die eine ausgrenzende Haltung und auch ein „freundliches Desinteresse“ ersetzen müsse.

Ernst W. Speidel

 

PowerPoint-Präsentation zur Veranstaltung (pdf-Datei)

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