Nachschau - Veranstaltung am 12.03.2014

 

 

                                                                       

 

am Mittwoch, 12. März 2014, 19.00 Uhr

 im Le Manége

Am Neuen Markt 9 a/b

14467 Potsdam

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Veranstaltungsbericht

vom 13.03.2014

Kinan Jaeger informierte in Potsdam über die Lage in Syrien

Von Stephan Georg Raabe

Dr. Kinan Jaeger analysierte die strategische Lage im Zusammenhang mit dem syrischen Bürgerkrieg  Foto: E. Hecht

Bericht vom Potsdamer Forum Politik&Sicherheit, das die KAS in Kooperation mit der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik, der Deutsch-Atlantischen Gesellschaft und dem Reservistenverband Brandenburg durchführt.

Dr. Kinan Jaeger, in Damaskus geboren, in Deutschland aufgewachsen, analysierte als Politik- und Islamwissenschaftler nüchtern und kritisch die strategische Lage im Zusammenhang mit dem syrischen Bürgerkrieg: die religiösen und ethnischen Verhältnisse im Land, die Machtstrukturen im Lande, das Assad-Regime, die Einflussmächte rings umher und weiter entfernt, die kulturellen Eigenheiten. Ende des hochinteressanten, mit vielen Hintergrundinformationen gespickten Vortrags blieb dennoch eine gewisse Ratlosigkeit mit Blick auf die tatsächlichen Handlungsoptionen.

Kann der Westen einfach abwarten? Aber was ist dann mit den jetzt schon über 100.000 Opfern, darunter viele Kinder, und den Flüchtlingen? Kann die internationale Gemeinschaft nicht zumindest humanitäre Schutzzonen durchsetzen? Entsteht nicht in der Folge eines Nichteingreifens ein Vakuum und wer wird dieses ausfüllen? Welche Konsequenzen hat ein Abwarten für Israel, die Proliferation von Waffen, den immer stärker werdenden Islamismus in Syrien? Wird dadurch nicht der Iran weiter gestärkt, der über das Assad-Regime als Bindeglied die Hisbollah im Libanon unterstützt? Welche Handlungsmöglichkeiten und Partner hat der Westen? Die Exil-Opposition? Die freie syrische Armee? Zwischen beiden gibt es aber Dissonanzen und vieles bleibt undurchsichtig. Und wie sind diese Partner letztlich legitimiert? Was ist mit einer faktischen Teilung des Landes in einen islamistischen, einen kurdischen und einen von Assad beherrschten Teil?

Zufriedene Gesichter beim Referenten und den Veranstaltern nach einem erfolgreichen Abend  Foto: E. Hecht

Fragen über Fragen über die der Abend zum Nachdenken und Diskutieren anregte. Schlagartig wurde einem vor Augen geführt, wie kompliziert und brutal dieser Konflikt gleich an der Außengrenze der NATO ist und wie glücklich wir sein können in dem von zwei schrecklichen Weltkriegen im 20. Jahrhundert heimgesuchten Europa, dass wir in einer Union vereint sind, in der Religionsfrieden, Rechtsstaat und Demokratie und auch weitestgehend sozialer Frieden herrscht. Das ist nicht selbstverständlich, wie auch die jüngsten Ereignisse in der Ukraine zeigen. Aber das ist ein weiteres Thema für ein nächstes Forum Sicherheit&Politik in Potsdam.

Mehr zum Thema erfahren Sie in:

"Der Mittler-Brief - Informationsdienst zur Sicherheitspolitik" Nr. 3 / 3. Quartal 2013

 

 

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