Nachschau - Veranstaltung am 16.11.2011

 

Vortragsabend

zum Thema

Die medizinische Versorgung unserer Soldaten
im Einsatzlazarett Mazar-e Sharif

Referent:

Oberfeldarzt d.R. Johannes Walter

am Mittwoch, 16. November 2011, 19.00 Uhr

im Militärgeschichtlichen Forschungsamt (MGFA)

Haus 12 Raum 06

Zeppelinstr. 127/128, 14471 Potsdam

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Eigenbericht

zur Veranstaltung

Oberfeldarzt d.R. Johannes Walter berichtete in einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Reservistenverband der Bundeswehr über die medizinische Versorgung unserer Soldaten im  Feldlazarett Mazar-e-Sharif.

vlnr. Herr Rogge, DBwV Brandenburg, Referent Oberfeldarzt d.R. Walter,

Dr. Hecht, Sektionsleiter Potsdam

Herr Walter war im September und Oktober 2009 als Leiter der Anästhesie und Klinischer Direktor in der Klinikkompanie und im November und Dezember 2010 als verantwortlicher Anästhesist für die  Versorgung Schwerstverletzter  auf der MedEvac-Transall C 160 im Einsatz.

Zuerst berichtete er über das Camp Marmal. Der Name kommt von dem Gebirge, an dessen Fuß das Lager errichtet wurde. Zum Lager gehört auch der Flugplatz, der gleichzeitig als ziviler afghanischer Flugplatz in Betrieb ist. Der Zugang zum militärischen Bereich kann durch eine mobile Sperre aus stabilen Metallrohren abgesperrt werden. Im Lager selbst ist es durch die Stationierung von über 2000 Soldaten der USA im Jahre 2010 sehr eng geworden, was zu einer Vergrößerung des Lagers führte. Im Lager geht es international zu. Außer den Soldaten aus Deutschland und den USA gibt es noch Soldaten aus Norwegen, Schweden, Finnland, Kroatien, Italien, Ungarn und weiterer Länder.

Das Lager erstreckt sich über eine Fläche von ca. 2 km Länge und ca. 1 km Breite.Mit Hilfe von Bildern versuchte der Referent den Zuhörern einen Eindruck vom Leben im Camp Marmal zu vermitteln.

Das Feldlazarett in Mazar-e-Sarif hat für Nordostafghanistan die Funktion eines „Zentralkrankenhauses“. Vertreten sind dort 12 Fachabteilungen und die Apotheke.  Besonders stark vertreten sind die Abteilungen Chirurgie und Anästhesie, die zusätzlich durch Kollegen/innen aus den USA und Ungarn verstärkt sind. Auch im Pflegeberreich wird ‘‘international‘‘ gearbeitet.

Die Klinikkompanie ist für den gesamten Betrieb des Feldlazaretts verantwortlich. Wegen der begrenzten Bettenkapazität und des begrenzt zur Verfügung stehenden Personals werden alle Verwundeten, die nicht innerhalb von 2 Wochen voll einsatzfähig sind, nach Hause ausgeflogen.

Die Verletzten kommen in der Regel per Lufttransport nach Mazar; entweder per Helicopter der USA (Blackhawk) oder CH 53 der Bundeswehr oder per MedEvac Transall.

Bei den Schwerverletzten werden die lebensnotwendigen Operationen durchgeführt. Das Ziel ist dann die Verletzten auf der Intensivstation zu stabilisieren und sie unter den Bedingungen einer intensivmedizinischen Versorgung nach Hause zu fliegen, wenn nötig innerhalb von 24-48 Stunden.

Der Rücktransport erfolgt bis Termez/Usbekistan mit der MedEvac Transall. Die Transall hat 2 Intensivbehandlungseinheiten und 7 Liegen für Leicht- bis Mittelschwerverletzte. Die Intensivbehandlungseinheiten sind mit allen medizinischen Geräten einer Intensivstation in Deutschland ausgestattet. In Termez rollt die Transall neben den MedEvav Airbus und die Verletzten werden übergeben.

An Hand von Bildern konnten sich die Zuhörer einen Eindruck von der Ausstattung des Lazaretts machen. Der Referent zeigte auch Bilder der MedEvac Transall und des MedEvac Airbus.

Der Referent hat auch schon während seines sehr anschaulichen Vortrags auf Fragen der Teilnehmer geantwortet und anschließend wurde bei einem Imbiss mit Getränken noch über weitere sicherheitspolitische Themen gesprochen.

Wir möchten hiermit besonders dem Amtschef des MGFA dafür danken, dass er kurzfristig für das Dienstleistungszentrum der Bundeswehr Potsdam in die Bresche gesprungen ist.

Dr. Kurt Hecht

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