Nachschau - Veranstaltung am 27.11.2013

 

 

                                                                       

 

Vortrags- und Diskussionsabend

zum Thema

Maritime Sicherheitspolitik

im 21. Jahrhundert

Referent:

Flottillenadmiral a.D. Henning Bess

am Mittwoch, 27. November 2013, 19.00 Uhr

 Mövenpick Restaurant

"Zur Historischen Mühle Sanssouci"

Zur historischen Mühle 2

14469 Potsdam

 

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Nachbericht zur Veranstaltung

Maritime Sicherheit im 21. Jahrhundert

vlnr. Oberst d.R. Scharf, Vorsitzender VdRBw-LG Brandenburg, Dr. Kurt Hecht, GfW-Sektionsleiter/VdRBw-LG BB, 
Referent Flottillenadmiral a.D. Henning Bess

Das 21. Jahrhundert  ist ein Maritimes Jahrhundert: Unsere heutige Welt ist eine globalisierte Welt, und Globalisierung handelt von Strömen an Gütern, Menschen, Informationen, Energie und Finanzen. Die Handelsrouten der Weltmeere sind die Hauptschlagadern dieser Globalisierung.

Die Sicherheit der Welt und deutsche Sicherheit sind untrennbar miteinander verknüpft. Ein Viertel der in Deutschland benötigten Waren kommen über die deutschen Seehäfen an Nord- und Ostsee ins Land. Über die deutschen Seehäfen wurden 2011 insgesamt 249,5 Mio. t an Waren abgewickelt. 95% des deutschen Interkontinentalhandels werden über Seehäfen abgewickelt. Deutschland wäre von Störungen dieser Lebensadern auf See unmittelbar betroffen.

In diesem Jahrhundert wird die Menschheit mit 5 Herausforderungen voraussichtlich konfrontiert:

·         Nachhaltige Wirtschafts- und Finanzpolitik

·         Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und gute Regierungsführung

·         Globaler Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschutz

·         Bevölkerungspolitik und Armutsbekämpfung sowie

·         Frieden und Sicherheit einschließlich freier und sicherer Handels- und Seewege

All diese Herausforderungen sind global und sie haben direkt oder indirekt mit Maritimer Sicherheit zu tun.

Die See mit unseren Seewegen muss nachhaltig geschützt werden. Zahlreiche nichtstaatliche Akteure wie Piraten, Terroristen und Kriminelle, aber auch politische Spannungen zwischen Anrainerstaaten, sowie Großschadensereignisse gefährden Menschen, Umwelt, Ressourcen, Handel über See und Energiezufuhr. Damit gefährden sie auch die Bevölkerung an Land, nicht nur die der direkten Küstenstaaten.

Wo stehen wir in Deutschland und Europa konkret mit unserer Politik der Maritimen Sicherheit? Wird die starke politische, ökonomische und ökologische Abhängigkeit von Politikern und Bürgern klar und ausreichend erkannt und berücksichtigt? Es ist eher Desinteresse oder, wie selbst in der Seefahrernation England bemängelt wird, Sea Blindness, Blindheit, festzustellen. Maritime Fragen genießen weder in  Deutschland noch in Europa besondere Aufmerksamkeit, es herrscht ein mangelndes maritimes Bewusstsein. Reeder, maritime Wirtschaft, Marinen und andere maritime Institutionen  müssen immer wieder besondere  Anstrengungen unternehmen, diesem Faktor entgegenzuwirken, um für ihre Anliegen Interesse zu wecken bzw. zu erhalten.

In Deutschland fehlt bisher jedes Anzeichen, der hohen Bedeutung maritimer Belange für die Außen- und Sicherheitspolitik durch die Herausgabe einer solchen maritimen Strategie Rechnung zu tragen.

Es gibt viel zu tun, um unsere maritimen Belange in der Zukunft zu stärken und sicherer zu machen. Deutschland muss nicht nur wegen seiner Abhängigkeit von der See auf sicherheitspolitischem, ökonomischen und wissenschaftlichen Sektor alle Schritte unternehmen, damit Risiken nicht zu Bedrohungen werden. Wirtschaft und Wissenschaft müssen maritime Sicherheitserfordernisse gegenüber der Politik artikulieren, die politische Führung muss initiieren, dass Kompetenzen dafür geschaffen und durchgesetzt werden. Bestehende Initiativen mit der EU und unseren Verbündeten müssen weiter ausgebaut und vertieft werden. Letztlich ist Maritime Sicherheit damit ein Prozess und Ergebnis von Good Governance.

Freuten sich über eine gelungene Veranstaltung: Oberst d.R. Scharf, Dr. Hecht, FltlAdm a.D. Bess, 
Stefan Raabe, Konrad-Adenauer-Stiftung, Oberst a.D. Horst Abromeit Deutsch Atlantische Gesellschaft

 

Vita des Referenten:

Flottillenadmiral a.D. Henning Bess trat nach dem Abitur 1966 in die Marine ein. Er begann seine militärische Laufbahn nach der Ausbildung zum Offizier 1969 in der Flottille der Minenstreitkräfte. Er diente als Minentaucheroffizier und führte drei Minensuch-/Minenjagdboote als Kommandant. Später war er Kommandant eines Zerstörers, Kommandeur eines Fregattengeschwaders und der Flottille der Marineführungsdienste.  Nach mehreren Verwendungen im Bundesministerium der Verteidigung, zuletzt als Referatsleiter für Operative Grundsätze der Marine, war er als Abteilungsleiter  im „Einsatzführungskommando der Bundeswehr“ verantwortlich für die Operative Planung aller Einsätze der Bundeswehr. 2005 übernahm er den Posten des  Director Operations im neu aufzustellenden „Kommando Operative Führung Eingreifkräfte“  in Ulm. In dieser Funktion war er u.a. designierter Force Commander für Einsätze der European Battle Group unter deutscher Führung. 2006 war er der Führer des Deutschen Einsatzkontingents und Stellvertreter des Französischen Force Commanders während der sechsmonatigen Europäischen Operation EUFOR RD CONGO.  Seit 01.06.2009 ist er im Ruhestand.

Henning Bess lebt in Potsdam, ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder und 6 Enkelkinder.

 

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